Consolidation 3-4-9:

Urbane Impulse auf ehemaliger Zechenbrache in Gelsenkirchen-Bismarck

Übersicht

Zentral in Gelsenkirchen-Bismarck gelegen war die Zeche Consolidation 3/4/9 über 130 Jahre lang wirtschaftlicher Mittelpunkt des Stadtteils, sie war eine der größten Zechen des Ruhrgebiets. Nach ihrer Schließung Mitte der 90er Jahre lag das 27 Hektar große Gelände brach, die Arbeitsplätze, teilweise bis zu 8000, waren verloren. Im Rahmen des Stadtteilprogramms Gelsenkirchen-Bismarck/ Schalke-Nord konnten mehrere stadtteil-prägende Bauten erhalten und einer neuen Nutzung zugeführt werden. Nach mehr als zehn Jahren Planungs- und Bauarbeit ist die Neugestaltung und Neunutzung des ehemaligen Zechengeländes Consolidation 3/4/9 weitgehend abgeschlossen. Entstanden ist ein einmaliges Ensemble von Industriedenkmalen, modernen Kunstinstallationen sowie neuen soziokulturellen Wirkungsstätten umgeben von attraktiven Freiräumen für Menschen aller Lebensalter.

Bismarck und Consol waren Pilotprojekte für einen gesamtstädtischen Stadterneuerungsansatz in Gelsenkirchen, die erfolgreich integrierte und partizipative Strategie wurde auf weitere Stadtteile ausgeweitet. Stadterneuerung ist damit ein wichtiger Stadtentwicklungsmotor in einer vom Strukturwandel geprägten Industriestadt im Ruhrgebiet.

© Wiltrud Apfeld

Hintergrund

Bismarck/Schalke-Nord als eines der Pilotgebiete des nordrhein-westfälischen Stadterneuerungsprogramms "Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf", später Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt" hat die Chance genutzt mit einem integrierten Handlungsansatz den Stadtteil "neu zu erfinden".

Baulich-investive, sozial-integrative, innovative und soziokulturelle und arbeitsmarktpolitische Projekte wurden verzahnt. Koordiniert wurde der Prozess vor Ort unter Federführung des Planungsreferats durch das Stadtteilbüro und in intensiver Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat, den Bauämtern der Stadt, der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur und den Eigentümerinnen.

Ziele

  • Im Zusammenspiel vielfältiger Arbeitsansätze sollen die Negativtendenzen im vom Strukturwandel getroffenen Stadtteil aufgehalten werden und Aufwertungsprozesse in Gang gebracht werden.
  • Mit der Sanierung und Wiedernutzung der Zechenbrache entstehen neue Angebote für den Stadtteil, die Qualität des Wohnumfeldes wird verbessert, neue Netzwerke unterstützen interkulturelle Begegnungen und ein soziales Miteinander.
  • Bei allen Maßnahmen wird die Bevölkerung partizipativ mit eingebunden.

© Stadt Gelsenkirchen

Aktivitäten

Auf dem Gelände entsteht der Consolpark mit der Trendsportanlage wo heute Sport und Spiel im Vordergrund stehen. Die teils denkmalgeschützten Zechengebäude werden für neue Nutzungen umgebaut: in Zusammenarbeit mit dem "forum kunstvereint", dem Initiativkreis "Bergwerk Consolidation", der Interessengemeinschaft kulturschaffender Musiker und dem "Forum 2000" entsteht das "kultur.gebietCONSOL".

Arbeitssuchende Menschen werden durch geeignete Schulungen qualifiziert und eingebunden.

Im ehemaligen "Lüfterhaus" hat sich das "Consol" Theater zu einem renommierten Ort für Kinder- und Jugendtheater entwickelt. Das Musikprobenzentrum Consol 4 mit 37 Probenräumen, in denen über 50 Bands proben, ist nicht nur die Addition von Proberäumen, sondern ein Ort für die freie Musikszene.

In den Maschinenhäusern sind Kunstinstallationen mit Werken des Gelsenkirchener Künstlers Werner Thiel zu sehen. Der Initiativkreis Bergwerk Consolidation stellt seine Exponate aus und startet einmal im Monat die große, dampfgetriebene Fördermaschine.

Große Plätze, eine Open-Air-Bühne und eine Festwiese bieten regelmäßig Raum für teils mehrtägige Veranstaltungen und temporäre Kulturveranstaltungen.

Consolidation 3/4/9 ist wieder zum Mittelpunkt des Stadtteils geworden.

Wirkungen

Fuß- und Radwege sowie eine großzügige Treppenanlage sind mit den umgebenden Siedlungsbereichen Bismarcks verbunden. Das „Forum 2000“ ist ein relevanter Faktor für den vitalen Fortgang des Projektes. Es werden thematische Veranstaltungen, Informationsangebote zu bewohnerrelevanten Belangen sowie Bürgerfeste organisiert. Ein Austausch zwischen regionalen Vereinen, Verbänden, Initiativen und zivilen Akteuren trägt dazu bei, dass die Anwohner aktiv an der Gestaltung des vorher vom Stadtteil abgetrenntem Geländes mitwirken.

© Stadt Gelsenkirchen

Fazit

Kunst und Kultur, Sport und Spiel, Handel, Gewerbe und neue Dienstleistungen, bürgerschaftliches Engagement der dort inzwischen ansässigen Vereine, sozial-integrative Projekte, Feste und der Weihnachtsmarkt machen aus dem ehemaligen Zechengelände nicht nur ein neues Stadtteilzentrum. Wieder gewonnener Stolz auf das neu Geschaffene gibt positive Impulse in den Stadtteil, verbessert sein Image, stärkt das Selbstwertgefühl der dort lebenden Menschen.

weitere Information

Bismarck/Schalke-Nord im Wandel
Ein Stück Stadt neu erfinden

Dokumentation der Erfolgsgeschichte für Gelsenkirchen: Umgestaltung und Neu-Erfindung der Stadtteile Bismarck und Schalke-Nord
http://www.stadterneuerung-gelsenkirchen.de/...
(pdf; 3,9 mb; 98 S.)

Kulturgebiet Consol

Forum2000

Stand: 05.06.2014

Kontakt

Dr. Volker Bandelow
Leiter Referat Kultur
T +49-(0)209-169-9100
volker.bandelow(at)gelsenkirchen.de

Johannes Mehlmann
Geschäftsführer Forum 2000 e.V.
T +49-(0)209-1693335
Jm-mehlmann(at)gelsennet.de

Bilder

Kategorien:Integrierte StadtentwicklungPartizipation und StadtplanungSoziale Stadt
Regionen:EuropaDeutschlandGelsenkirchen

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