Klare Botschaften auf vielen Kanälen

So kommuniziert die Stadt Stuttgart während der Pandemie

Übersicht

Wie können Kommunen die Bevölkerung erreichen um über ihre COVID-19-Strategie zu informieren?

Die erfolgreiche Strategie der Stadt Stuttgart für ihre Verkehrsbetriebe sowie für die Kommunikation mit Menschen mit Behinderungen oder Migrationshintergrund lautet: einfache Botschaften und Informationen in mehreren Sprachen und auf verschiedenen Kanälen.

 

Hintergrund

Eine vielseitige Großstadt wie Stuttgart, in der 45 Prozent der Bevölkerung einen Migrationshintergrund haben und 48.000 Menschen eine Behinderung aufweisen, muss auch in der COVID-19-Krise ihrem Grundsatz treu bleiben, international, integrativ und inklusiv zu sein. Zur Eindämmung der Pandemie müssen die Informationen alle Bevölkerungsgruppen erreichen – unabhängig von Alter, kulturellem Hintergrund, Geschlecht, Behinderung oder Vulnerabilität. Dazu gehören auch Geflüchtete, für die es in oft beengten Gemeinschaftsunterkünften besonders schwierig ist, Hygieneregeln einzuhalten. In öffentlichen Verkehrsmitteln kommen besonders viele Menschen zusammen, was das Infektionsrisiko erhöht. Daher sind Schutzmaßnahmen hier besonders wichtig.

Ziele

Die Stadt Stuttgart will mit ihrer Kommunikation nicht nur möglichst viele Bürgerinnen und Bürger erreichen, sondern gleichzeitig auch vulnerable Gruppen stärken und sie in die Kommunikationsmaßnahmen einbinden. Ziel der Aktivitäten ist es auch, dass gerade Menschen mit Behinderungen und ältere Menschen während eines Lockdowns nicht zu sehr unter der Isolation leiden. Der öffentliche Personennahverkehr muss so organisiert werden, dass das Ansteckungsrisiko bei der Nutzung von Bus und Bahn möglichst gering ist und so der Fahrbetrieb aufrechterhalten werden kann.

Aktivitäten

Weil die Stadt eine so vielseitige Zielgruppe erreichen muss, nutzt sie verschiedene Kommunikationskanäle. Diese reichen von persönlichen Besuchen in Seniorenheimen, Kontakt via E-Mail, Telefon oder Social Media bis hin zu Broschüren und Videospots in sieben Sprachen und in Gebärdensprache.

Vor mehreren Seniorenheimen fanden spontane Konzerte statt und eins wurde sogar vom Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart besucht. Diese Gesten setzten ein wichtiges Zeichen: Die Stadt kümmert sich um ihre Bürger, erst recht in diesen schwierigen Zeiten. Geflüchtete in Gruppenunterkünften werden besonders auf Hygieneregeln aufmerksam gemacht und diese Themen werden auch in Sprachkursen vermittelt.

Auch die Stuttgarter Straßenbahnen (SBB) setzen auf eine breit angelegte Kommunikation: Von Fernsehern und Durchsagen in den Fahrzeugen und auf Bahnsteigen über Social Media und Plakate bis hin zur persönlichen Ansprache von Fahrgästen. Hierbei geht es stets darum, die Maßnahmen der SSB zur Minderung des Infektionsrisikos bekannt zu machen und die Kunden über die aktuell geltenden Regeln zu informieren. Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt ein von der SBB ausgerufener Designwettbewerb für Mund-Nasen-Schutzmasken.

 

Wirkungen

Je mehr Kommunikationskanäle erfolgreich bespielt werden, desto mehr Menschen können über COVID-19-Maßnahmen informiert werden. Zudem gilt auch: Je mehr Menschen sich in die Aktivitäten zur Eindämmung der Pandemie einbringen, desto höher ist deren Akzeptanz. So konnten sich in Stuttgart Geflüchtete aktiv an der Produktion von Video-Botschaften beteiligen, was auch deren Rolle in der Stadtgesellschaft stärkte.

Die Informationen der SSB unter anderem über die verstärkte Reinigung der Fahrzeuge, die automatische Türöffnung bei Stadtbahnen und die Möglichkeit, online Tickets zu kaufen, erhöhen das Vertrauen der Fahrgäste und somit die Nutzung von Bus und Bahn.

Fazit

Während einer Krise wie der COVID-19-Pandemie ist eine gute Kommunikation für Kommunen unerlässlich, um Informationen zu verbreiten und Sicherheit zu vermitteln. Dabei ist es wichtig, von der Pandemie besonders betroffene Bevölkerungsgruppen und vertrauenserweckende Akteure früh einzubinden. Um alle Teile der Bevölkerung zu erreichen, müssen Informationen in mehreren Fremdsprachen und in einfacher Sprache zur Verfügung stehen. Am wichtigsten ist aber: Immer im Kontakt bleiben!

weitere Information

https://www.ssb-ag.de/

 

Stand: 05.03.2021

Kontakt

Ayşe Özbabacan
Stellvertreterin Abteilung Integrationspolitik
Landeshauptstadt Stuttgart
Ayse.Oezbabacan(at)stuttgart.de

Simone Fischer
Beauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderung
Landeshauptstadt Stuttgart
simone.fischer(at)stuttgart.de

Reinhold Schröter
Betriebsleiter
Stuttgarter Straßenbahnen AG
reinhold.schroeter(at)ssb-ag.de

Bilder

Kategorien:COVID-19Digitalisierung & KommunikationGood Urban GovernanceKrisenmanagementKommunale DienstleistungenÖffentlicher Nahverkehr und Mobilität
Regionen:EuropaDeutschlandStuttgart

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