Lecofruit in Madagascar

Qualität auch für den heimischen Markt

Übersicht

Die Entwicklungs- und Schwellenländer insbesondere in Asien, aber auch in Sub-Sahara Afrika und Lateinamerika verzeichneten in den vergangenen Jahren nicht nur deutlich höhere Wirtschaftswachstumsraten; auch die Konsummuster ändern sich in diesen wirtschaftlich dynamischen Ländern mit den wachsenden Einkommen der städtischen Bevölkerung. Statt Grundnahrungsmittel (Getreide, Reis, Mais, Kartoffeln, Hirse) stehen vermehrt höherpreisige Nahrungsmittel (Fisch, Fleisch, Obst, Gemüse, Kaffee, Milchprodukte, etc.) auf dem Speiseplan. Supermarktketten breiten sich in diesen Ländern aus, um die urbane Nachfrage zu bedienen und sind zugleich auf der Suche nach lokalen Zulieferbetrieben für Agrarprodukte in konstanter Quantität und Qualität.

Hintergrund

In Madagaskar macht der landwirtschaftliche Sektor bis zu 30 % des BIP aus, was ihn zu einem wichtigen Teil der Wirtschaft macht. Dieser Sektor besteht hauptsächlich aus kleinen Produzenten. Strukturelle Zwänge behindern die ländlichen Gebiete von den Vorteilen und neuen Geschäftsmöglichkeiten zu profitieren. Der private Sektor bietet Lösungen durch „contract farming“: Unternehmen schaffen Absatzmöglichkeiten für die Produkte der Kleinbauern und verbessern ihre technischen Fähigkeiten.

Ziele

Schaffung neuer Stadt-Land Wirtschaftskreisläufe im Agrarsektor zum Nutzen der gesamten Region.

Aktivitäten

Lecofruit arbeitet schon seit 1989 mit inzwischen ca. 11.000 Kleinbauern mit durchschnittlich ca. 1ha Feldgröße im madagassischen Hochland zusammen und lässt per Vertragsanbau Bohnen und Erbsen für den Export produzieren. Lecofruit hat den Ruf, einerseits strenge Qualitätskriterien anzuwenden - d.h. auch Produkte zurückzuweisen, die diese nicht erfüllen - , andererseits höhere Erzeugerpreise für gute Qualität zu zahlen. Zurzeit arbeitet Lecofruit mit Unterstützung der GIZ daran, die Produktion auszuweiten und zu diversifizieren sowie durch die Einführung von Tröpfchenbewässerungssysteme effizienter und witterungsunabhängiger zu gestalten. Dabei verfügt Lecofruit über 300 landwirtschaftliche Berater, welche die Bauern über neue Produktionstechniken informieren und trainieren sowie Produktionsinputs zur Verfügung stellen. Lecofruit beliefert jetzt auch nationale Supermärkte mit Gemüse. Dabei überträgt es Standards und Qualitätsmanagementsysteme, die ursprünglich für den Export entwickelt wurden, nun auch für die Produktion für die lokalen Märkte.

Wirkungen

Durch den Aufbau lokaler und regionaler Wertschöpfungsketten von Grundnahrungsmitteln lassen sich die größten Wirkungen nicht nur im Hinblick auf Armutsminderung, sondern auch auf Ernährungssicherung und Nahrungsmittelsicherheit erzielen. Schließlich werden bspw. 80% der in Afrika konsumierten Nahrungsmittel von Kleinbauern, überwiegend Frauen, angebaut. Gleichzeitig profitiert die urbane Mittelschicht von einem verbesserten Angebot von frischem Obst und Gemüse.

Fazit

weitere Information

Förderung der ländlichen Entwicklung für Kleinbauern im Hochland Madagaskars
GIZ, 2012 [pdf, 0.45 MB]

Länderseite der GIZ
www.giz.de/de/weltweit/322.html

Website von Lecofruit
www.lecofruit.mg

Stand: 04.06.2014

Kontakt

Christoph Feldkötter
Landesdirektor/in
GIZ-Büro Madagaskar

giz-madagaskar(at)giz.de 

Bilder

Kategorien:Lokale WirtschaftsentwicklungGreen Urban EconomyKMU-Förderung
Regionen:AfrikaMadagaskar

Ort

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