Lokale Wirtschaftsförderung in Visayas

Das deutsch-philippinische Programm zur Stärkung der Privatwirtschaft

Übersicht

Kooperation auf Augenhöhe, offene und regelmäßige Kommunikationsprozesse, transparente Entscheidungen, Personalkontinuität, eine intensive Vor-Ort-Beratung und die systematische Verbreitung vor-ort-getesteter lokaler Wirtschaftsförderungsansätze sind die Zutaten für das Erfolgsrezept in der Region Visayas.

Hintergrund

Eine stark ausgeprägte Bürokratie, Reformstau, Fehlanreize und Marktverzerrungen in Folge einer interventionistischen Ordnungs- und Förderpolitik sowie fehlende Kapazitäten und Kompetenzen der Verwaltung bei der Planung und Umsetzung politischer Reformen prägten das Bild in den Städten und Gemeinden in den Philippinen und auch auf der mittleren Inselgruppe Visayas zu Beginn des Wirtschaftsförderungsprogramms im Jahre 2004. Verstärkt wurde dies durch eine geringe Beteiligung der verfassten Privatwirtschaft (Kammern, Verbände) am öffentlich-privaten Dialog.

Ziele

Das deutsch-philippinische Programm zur Stärkung der Privatwirtschaft setzte sich zum Ziel, diese wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu verbessern. Neben der Unterstützung bei der Entwicklung einer modernen Förderstrategie für Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen (KKMU) auf nationaler Ebene und der Förderung einzelner Sektoren entlang der gesamten Wertschöpfungskette, setzte es auf Ansätze zur lokalen Wirtschaftsentwicklung in den Städten und Gemeinden der Visayas.

Aktivitäten

Das Programm lief gut neun Jahre von Mitte 2003 bis Ende 2012 und teilte sich in drei Phasen. In der ersten Phase wurden in drei Provinzen mit mehreren Partnern verschiedene Pilotmaßnahmen zu neuen Privatsektorförderungsansätzen durchgeführt. Phase 2 stand unter dem Zeichen der Fokussierung und Integration: auf Basis der Erfahrungen durch die vielfältigen Pilotmassnahmen wurde auf die erfolgversprechendsten Ansätze fokussiert und unter Führung von nur einem Partner, dem Department of Trade of Industries (DTI), das Programm auf alle drei Regionen und 16 Provinzen der Visaya Region ausgedehnt. Unter Berücksichtigung der philippinischen „Gender and Development Strategy“ wurde systematisch darauf geachtet, dass Männer und Frauen gleichermaßen von den Maßnahmen profitieren konnten. Die Umsetzung wurde begleitet von einem mit DTI gemeinsam erarbeiteten wirkungsorientiertem Monitoring. Die Erkenntnisse wurden regelmäßig in den Regionen besprochen und zur Überprüfung der Zielerreichung bzw. Plananpassungen genutzt. Die bereits hohe Eigenverantwortung von DTI, Regional- und Provinzdirektionen und Gebietskörperschaften wurde weiter gestärkt. Der Austausch positiver Erfahrungen wurde auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene gefördert. In Phase 3 nahm das Programm eine wichtige Rolle ein, um in den Regionen und auf nationaler Ebene das DTI für „grüne Wirtschaftsentwicklung“ zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit auch für KKMU zu sensibilisieren und zu mobilisieren. Zudem weitete der Partner DTI in Eigenregie die sehr erfolgreiche lokale Wirtschaftsförderung auf die Regionen Luzon und Mindanao aus, die Förderung von Wertschöpfungsketten wurde zum nationalen Programm unterstützt mit Mitteln von JICA.

Wirkungen

Eine Studie der University of the Philippines, Tacloban City, ergab, dass sich in 17 der 24 intensiv untersuchten (von insgesamt 84 geförderten) Städte und Gemeinden der Index der lokalen Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zum Beginn der Programminterventionen erhöht hat. Insgesamt wurden 306 UnternehmerInnen (davon 52 Prozent Frauen) aus allen 16 Provinzen der Region Visayas befragt. Von den Befragten bestätigten 231 (76 Prozent) den positiven Beitrag der neuen KKMU Strategien zu ihrer Wettbewerbsfähigkeit. 16 der untersuchten 24 Städte und Gemeinden (2/3) registrierten eine deutliche Erhöhung neuer Investitionen.

Die Institutionalisierung der Entwicklungsansätze beim DTI und im nationalen KKMU Entwicklungsplan als auch in den Gebietskörperschaften sichert die Nachhaltigkeit. Durch die Erfolge und gestiegene Steuereinnahmen sind Städte und Gemeinden nun in der Lage und bereit, Finanzmittel für die lokale Wirtschaftsförderung bereitzustellen und die Maßnahmen eigenständig fortzuführen.

Fazit

Der Erfolg des Programms „Förderung der Privatwirtschaft“ beruht größtenteils auf der Ownership des Partners DTI. Zusammenarbeit auf Augenhöhe, offene und regelmäßige Kommunikationsprozesse, das Ernstnehmen der Positionen und Prioritäten des Partners, transparente Entscheidungen, Kontinuität, Erreichbarkeit und Nähe – all das spielte eine wichtige Rolle. In der Programmregion zeichnet sich DTI zudem durch eine sehr hohe Personalkontinuität aus. Die gemeinsamen Büros an den vier Standorten (drei Regionen und nationale Ebene) und die intensive Vor-Ort-Beratung in den 16 Provinzen der Visayas unterstrichen die enge Kooperation. Das Vorhaben hatte sich in Phase 1 und noch zu Beginn von Phase 2 auf einen orchestrierten Such- und Experimentierprozess eingelassen, der über das gemeinsame Vor-Ort-Testen verschiedener Entwicklungsansätze in drei Pilotprovinzen zur weiteren Anpassung und Umsetzung in der gesamten Programmregion sowie schließlich zu nationaler Verbreitung geführt hat. Auch diese Vorgehensweise trug zum Programmerfolg bei.

Weitere Informationen

Promotion of Green Economic Development (ProGED)

Stand: 21.07.2014

Kontakt

Anita Benassi
GIZ development advisor at the Department of Trade and Industry, Cebu, Philippines
anita.benassi(at)giz.de

Klaus Peter Berkemeyer
GIZ development advisor at DTI Head Office, Manila, Philippines
klauspeter.berkemeyer(at)giz.de

Bilder

Kategorien:Lokale WirtschaftsentwicklungExistenzgründungsförderungGreen Urban EconomyInnovationsförderungKMU-Förderung
Regionen:AsienPhilippinenVisaya-Region

Ort

Verwandte gute Praktiken

Verwandte Veranstaltungen

Top