Urban Gardening

Connective Cities virtuelle Dialogveranstaltung in Kooperation mit den Berliner Stadtbezirken Berlin-Mitte, Pankow, Lichtenberg, Tempelhof-Schönfeld und Charlottenburg-Wilmersdorf

Übersicht

Das Konzept „Urban Gardening“ ist in den 70er Jahren im New Yorker Manhatten entstanden und beschreibt eine gemeinschaftliche gärtnerische Nutzung von urbanen Grünflächen. Es unterscheidet sich daher von den sogenannten "Armengärten", die in Deutschland bereits Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden sind und aus denen später die Kleingartenbewegung erwuchs. Private Kleingärten und Gemeinschaftsgärten sollten aber ergänzend und nicht als Konkurrenz zueinander gesehen werden. In der modernen Praxis gibt es zunehmend Mischformen von privaten und gemeinschaftlich genutzten Gärten. Sie reichen von kooperativ bewirtschafteten stadtnahen Agrarflächen, über Gemeinschaftsgärten innerhalb von Kleingärten, botanischen Gärten oder Parkanlagen bis hin zu Urban Gardening mit primär sozialen Zielen, wie Inklusion und Umweltbildung.

Über diese neue Vielfalt von Ansätzen und Erfahrungen tauschten sich kommunale Praktikerinnnen und Praktiker aus neun Ländern und 16 Städten intensiv aus und entwickelten gemeinsam Lösungsansätze und Projektideen. Sie waren der Einladung von Connective Cities und den Berliner Stadtbezirken Berlin-Mitte, Pankow, Lichtenberg, Tempelhof-Schönfeld und Charlottenburg-Wilmersdorf zur virtuellen Dialogveranstaltung gefolgt, die vom 20.04. - 22.04.2021 stattfand.

Programm

Stefan von Dassel, Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte, eröffnete mit einem kurzen, prägnanten Eingangsstatement die Veranstaltung und zeigte auch Zielkonflikte in der Flächennutzung und Stadtentwicklung auf.

Vertieft wurde dies durch eine öffentliche Podiumsdiskussion über die Rolle von Urban Gardening im Kontext einer klimafreundlichen und resilienten Stadtentwicklung. Auf dem virtuellen Podium vertreten waren Stefan Tidow, Staatssekretär in der Senatsverwaltung Berlin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Benedikt Haerlin von der Zukunftsstiftung Landwirtschaft und Paul Yeboah, Direktor des Ghana Permaculture Institute.

Im Anschluss hatten die registrierten Teilnehmenden die Möglichkeit, sich gegenseitig in drei parallelen Arbeitsgruppen je drei kommunale Gute Pratiken vorzustellen.

Diese bildeten den Ausgangspunkt für die kollegiale Beratung am zweiten Tag. IIn zwei Runden präsentierten fünf Praktiker detailliert die Herausforderungen, mit denen sie derzeit in ihren eigenen Urban Gardening-Projekten konfrontiert sind, und reflektierten die Lösungsvorschläge der anderen teilnehmenden Kollegen.

Am dritten Tag wurden auf dieser Basis drei Herausforderungen aufgegriffen, in Projektideen transformiert und mit einer konkreten Aktionsplanung unterfüttert.

Veranstaltungsprogramm (in Englisch, pdf)

Keynotes

Anstelle der Keynotes fand diesmal eine Podiumsdiskussion statt, die ohne Präsentationen auskam.

Präsentationen

Urban agriculture and regional value chains
Doris Maria Nabrowsky, Bezirksamt Lichtenberg, Berlin, Germany

KaMubukwana Municipal District Urban Agriculture Experience
Tomás Raúl Tivane and António Cumba, Municipality of Maputo, Municipal Council, KaMubukwana District, Mozambique

Agricultural activity in Katembe
Celso Simão Fulano and Manuel Júlio Salomão Nhone, Municipality of Maputo, Municipal Council, Administration KaTembe Municipal District, Mozambique

Agro-Ecology in Durban: green space development
John Ngubane, eThekwini Municipality, Durban, South Africa

Agriculture meets manufacturing
Ulrich Dilger, City of Fellbach, Germany

Gemüsewerft Bremen: Fusion of social service with demands of urban agriculture
Michael Scheer, Gesellschaft für integrative Beschäftigung mbH, Bremen, Germany

Public parks in Dresden
Stephan Viertel, Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft, Landeshauptstadt Dresden, Germany

Berlin Community Garden Programme
Toni Karge, Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Berlin, Germany

Ghana Permaculture Urban Garden Project
Paul Yeboah, Ghana Permaculture Institute / Techiman Municipal Assembly, Techiman, Ghana

Weitere Informationen:

Die Rolle der Kleingärten im urbanen Raum - Berlin
Video der Stabsstelle Bildung für nachhaltige Entwicklung in Kooperation mit dem Umwelt und Naturschutzamt Charlottenburg-Wilmersdorf  https://www.youtube.com/watch?v=69jKSmA9P8c

Connective Cities: Action planning

Connective Cities: Support possibilities and examples for implementing joint projects

 

Ergebnisse

Die Diskussionen verliefen engagiert wie sehr praxisorientiert. Die öffentliche Podiumsdiskussion war mit über 50 Teilnehmenden sehr gut besucht. Anschließend halbierte sich die Zahl der Fachleute. Mit 14 Teilnehmenden aus Berlin, Fellbach, Dresden und Stuttgart waren die deutschen Kommunen gut vertreten. Die internationalen zwölf Expertinnen und Experten kamen aus Techiman (Ghana), Maputo (Mosambik), Durban (Südafrika), Moshi (Tansania), New York (USA), Quito (Ecuador) und Jakarta (Indonesien) und bildeten eine vielfältige Gruppe.

Es zeigte sich, dass Urban Gardening-Ansätze oft kulturell wachsen und daher von Stadt zu Stadt sehr unterschiedlich ausgeprägt sind. Trotzdem gab es auch eine Reihe gemeinsamer Herausforderungen wie beispielsweise:

„Wie lassen sich Gärten am besten vor Vandalismus, Diebstahl und Tierfraß schützen?“

„Wie schütze ich Gartenflächen vor einer potenziellen Umnutzung (z.B. in Wohnraum, Sportstätten, etc.) in schnell wachsenden Städten?“

„Wie können Gärten besser die Folgen des Klimawandels angepasst werden?“

Es gab aber auch Unterschiede zwischen deutschen Städten und Kommunen im Globalen Süden:

Während in Deutschland mit Gemeinschaftsgärten primär soziale Ziele, wie Verbesserung der Nachbarschaft, Inklusion von Geflüchteten und Benachteiligten sowie Umweltbildung im Vordergrund stehen, tragen die Gärten im Süden auch signifikant zur Nahrungsmittelsicherung und -sicherheit bei. Dadurch stellen sich dort auch weitere Fragen der Nachhaltigkeit, z.B.:

„Wie lassen sich vergleichsweise teurere Bio-Produkte besser vermarkten und auch ökonomisch nachhaltig anbauen?“

„Wie können effizientere Anbaumethoden an Privathaushalte besser vermittelt werden?“

„Wie verfahre ich, wenn auf kommunalen Grünflächen bereits informelle Siedler wohnen?“

Aus diesen Beratungen erwuchsen drei Projektideen, die in drei gemeinsam erarbeiteten Aktionsplänen konkretisiert wurden, die in Zukunft deren Umsetzung erleichtern sollen:

  1. Wie lässt sich eine saisonunabhängige ganzjährige Agrarproduktion in Maputo, Mosambik, umsetzen?
  2. Wie können die Städte Berlin und Techiman (Ghana) im Rahmen einer Partnerschaft ihre Grünflächen weiter ausweiten und besser nutzen?
  3. Wie soll eine Fläche von ca. 50 Hektar in Mahrzahn-Hellersdorf (Berlin-Brandenburg) für eine gemeinsame Nutzung als Sportstätte, Gärten und Naherholung am besten geplant und ausgestaltet werden?

Connective Cities wird die Kommunen in der Ausarbeitung ihrer Projektideen bis zur Umsetzungsreife nach Bedarf weiter unterstützen.

Bericht

Folgt...

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